Über

Kunstaktuell gibt Auskunft über meine Aktivitäten als Kunstvermittlerin. Mein Name ist Cornelia Kleÿboldt. Ich bin Kunsthistorikerin und schreibe im Auftrag von Künstlern, Galeristen und Ausstellungsmachern aus der freien Wirtschaft Texte über Kunst und Künstler. Ausserdem halte ich Einführungsreden zu Ausstellungseröffnungen.

Für mich bedeutet Kunst-Beschreibung jedesmal eine Entdeckung – die Ent-Deckung des Künstlers und die Ent-Deckung meiner selbst. Das ist nicht wirklich zu trennen.

Es ist, als würde ich mit dem Beschreiben von Kunstwerken, Räume betreten, in denen ich zuvor niemals war. Diese Tätigkeit ist ebenso erfüllend, wie sie auch mühsam ist. Manchmal macht sie auch Angst.

Ich bin mir nie sicher, ob es mir gelingen wird, einen Zugang zum Werk eines Künstlers zu bekommen. Oft sitze ich lange vor einer Sache, einem Bild, einem Objekt, auch vor einem Menschen wie vor einer verschlossenen Tür – bis sich dann ein Schlüssel findet – ein Wort, ein Gedanke, ein Bild, das die Brücke zwischen mir, dem Künstler und seinem Werk schlägt.

Und es hilft mir, auch die einfachsten Merkmale und Auffälligkeiten zu konstatieren und aufzuschreiben. Einfach alles, was zu sehen, zu erkennen und als Gesehenes wahrzunehmen ist.

Die Auseinandersetzung mit Kunst ist ohne jede Routine oder Alltäglichkeit, und sie erlaubt es, die Welt vollkommen neu zu sehen.

Matisse hat einmal gesagt, dass seine Bilder so frisch und sauber sein müssten, wie der Teller, von dem er isst.

Das setzt die Fähigkeit voraus, Dinge immer wieder neu und – soweit überhaupt möglich – unvoreingenommen zu sehen.

Was es auf jeden Fall gibt, ist das So-tun-als-ob: Ich kann auf jeden Fall so tun, als wüsste ich nichts. So, wie der Lehrer in dem Film die Feuerzangenbowle: „Jetzt stellen wir uns alle mal ganz dumm…“ Eine wunderbare Szene, die einen wichtigen Aspekt in meiner Arbeit wieder gibt.

So wichtig „Seh-Erfahrungen“, eine kunsthistorische Ausbildung und vielleicht auch die Fähigkeit, Phänomene einordnen zu können sind, so wichtig ist aber auch eine unvoreingenommenene Einstellung, die im Stande ist, im Werk eines jeden Künstlers das Einzigartige zu sehen und zu beschreiben.

Eine Prämisse für meine Arbeit mit Künstlern und Kunstwerken ist folglich: Alles kann ein Hinweis sein, ein Hinweis auf die Hintergründe und die Motivation eines Werkes.

Darum ist für mich auch ein Besuch im Atelier des Künstlers sehr wichtig und aufschlussreich. Ich sehe mir den Raum sehr gut an und oft, finden sich in der Art, wie und womit der Raum eingerichtet ist, Strukturen wieder, die auch im Kunstwerk auftauchen.

Ich finde dort Strukturen oder so eine Art „Handschrift“, etwas, das eben ganz spezifisch für den Künstler und seine Vorlieben ist, und es gibt mir Hinweise zur Entschlüsselung oder zur Erschliessung eines Werkes.

Solches in Worte gebracht und be-schrieben, hilft dann auch anderen, einen Zugang zu unbekannten Räumen zu finden.

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